Parolen der EDU Kanton Solothurn - Archiv 2016

Abstimmung vom 27. November 2016:

Eidgenössische Vorlagen:

eidgenössisch

"Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomausstiegsinitiative)":

Volksinitiative vom 16. November 2012

Der EDU ist es ein Anliegen, die Schöpfung Gottes, den Menschen und die Natur, mit Respekt zu behandeln und folglich zu schützen und zu bewahren.
Verglichen mit anderen konventionellen Energiegewinnungsmethoden wie Erdgas und Kohle sind Kernkraftwerke, solange diese reibungslos funktionieren, lokal eine relativ saubere Sache. Langfristig gesehen sollte die Kernenergie in der heutigen Form aber keine Zukunft haben.
Denn die bis heute genutzte Art der Energiegewinnung durch Kernspaltung stellt eine ernst zu nehmende Gefahr für uns und unseren Planeten dar. Sei es durch Probleme bei der Endlagerung des "verbrauchten" Brennmaterials – wofür bis heute angeblich keine wirkliche Lösung gefunden worden ist – oder durch Folgen von möglichen Unfällen. Und vom notwendigen Abbau des Urans in Drittweltländern unter unmenschlichen Bedingungen spricht selten jemand.

Menschliches Versagen oder Terroranschläge können von heute auf Morgen grosse Teile der Schweiz auf hunderte Jahre hinaus unbewohnbar machen.
Doch es muss nicht gleich ein Super Gau sein: Ein kleinerer Vorfall im zentral gelegenen Gösgen würde die kleine Schweiz wirtschaftlich und logistisch vor grosse Herausforderungen stellen.
Im Alltag ist man sich dieser latenten Gefahr nicht wirklich bewusst. Das Unglück in Fukushima hat uns die Realität dieser Bedrohung zwar wieder vor Augen geführt, doch vergisst und verdrängt der Mensch erstaunlich schnell und beruhigt sich damit, dass unsere Kernkraftwerke sicherer sind, als Fukushima oder Tschernobyl.
Somit schadet es sicherlich nicht, dass das Thema dank dieser Initiative wieder in Erinnerung gerufen wird.

Leider sind die sich verbreitenden alternativen Energiegewinnungsmethoden aber aufgrund fehlender Speichermöglichkeiten noch nicht in der Lage, eine zuverlässige Energieversorgung das ganze Jahr über sicher zu stellen. D.h. wir haben noch immer keine wirkliche Alternative zu den Kernkraftwerken, welche diese Initiative bis 2030 sukzessive alle abschalten will.
Wird diese Initiative angenommen, werden wir bereits im kommenden Jahr die ersten Kernkraftwerke abschalten und folglich den Grossteil der wegfallenden Energie aus dem Ausland importieren müssen. Und niemand kann garantieren, dass der freie Markt den wegfallenden Energieanteil überhaupt decken können wird, oder dass die Elektrizitätsnetze im In- und Ausland in der Lage sind, den Transport und die Verteilung der elektrischen Energie zu bewältigen.

Grüne Versprechen einer "atomkraft-freien" Schweiz klingen gut und sichern momentan auf der politischen Bühne die Gunst vieler Wähler. Jedoch verschweigt man, dass die Gefahren der Kernkraftwerke nicht durch das "Abschalten" ebendieser gebannt sind. Das "verbrauchte" Brennmaterial muss noch über Jahre in den sogenannten Abklingbecken aktiv gekühlt werden und stellt weiterhin eine Gefahr dar und auch der Rückbau der Reaktor-Anlagen wird uns vor grosse Herausforderungen stellen. Und das Problem der Endlagerung will auch noch gelöst werden.
Einfach Abschalten und vergessen wird also nichts. Wir haben uns auf die Kernenergie eingelassen und müssen nun die damit eingehandelten Probleme verantwortungsbewusst lösen.
Der Trend hin zu den erneuerbaren und angeblich "sauberen", alternativen Energieformen wird dies auf jeden Fall nicht tun. Ohne weitsichtig durchdachte Lösungen zu haben, wird hier der Aufbau einer ressourcenintensiven, dezentralen Energieversorgung mit Sonnen- und Windenergie forciert, von der niemand mit Sicherheit sagen kann, dass sie wirklich Zukunft hat. Denn solange wir die Tages- und Jahreszeiten abhängige Energie nicht zwischenspeichern können, werden wir damit keine stabile und zuverlässige Energieversorgung erreichen.

Macht es also Sinn, weil es gerade politisch korrekt ist, die Kernenergie kurzsichtig abzuschreiben und zu einem guten Teil wieder durch fossile Brennstoffe zu ersetzen und damit die Umwelt zusätzlich zu verschmutzen?
Oder wäre es nicht sinnvoller, die Kernkraftwerke mit grössten Sicherheitsvorkehrungen weiter zu betreiben, bis wirklich saubere und durchdachte Alternativen zur Verfügung stehen?

Man könnte behaupten, dass Not erfinderisch macht und wirklicher Fortschritt bei der Energiegewinnung wohl erst einkehren wird, wenn wir durch das Abschalten der Kernkraftwerke zum Nachdenken gezwungen werden.
Doch werden wir in der Eile, die Kernkraftwerke zu ersetzen, wirklich in der Lage sein, langfristig gesehen saubere Lösungen zu finden?
Die Geschichte lehrt uns etwas anderes...

Ein "Verbot" der Atomenergie würde auch die Forschung in dieser Richtung behindern oder sogar unterbinden.
Glaubt man gewissen Quellen, sind seit Beginn des Atomzeitalters alternative Methoden der Kernspaltung bekannt, die wesentlich sicherer und "sauberer" sind – z.B. Thorium als Alternative zum Uran.
Leider konnten sich diese finanziell weniger interessanten Alternativen bis heute nicht durchsetzen.
Erzwingen wir ein Verbot der Kernenergie, legen wir diesen Alternativen weitere Steine in den Weg. Alternativen, die als Brücke dienen könnten, bis wir in der Lage sein werden, mit erneuerbaren Energien unseren Energiehunger zu decken.

Kurz zusammengefasst:
Die Annahme dieser Initiative wird die vorhandenen Probleme, auf die wir uns mit der Nutzung der Kernenergie eingelassen haben, nicht lösen und zusätzliche Herausforderungen schaffen, die uns zu kurzsichtigen Handlungen zwingen werden.

Wir von der EDU Kanton Solothurn sind NICHT für Kernkraftwerke, aber für einen ganz anderen Ausstiegsplan.
Für uns ist wichtig, dass die Energieversorgung der Schweiz gewährleistet ist.
Für uns ist wichtig, dass wir unseren Energiebedarf so weit wie möglich selbst decken und nicht einfach die Probleme ins Ausland verschieben.
Nur gut durchdachte Entscheide werden uns in dieser Hinsicht weiter bringen.

Weitere Informationen finden Sie auf Seite 35 und 36 im Aktionsprogramm der EDU Schweiz.

Ebenfalls interessant ist dieser Artikel zum Thema "Thorium", welcher nüchtern zeigt, dass wir schon lange um Alternativen zu Uran wüssten, die sehr viele Probleme lösen könnten.
Würden die amtierenden Politiker ihre Energie in solche Dinge investieren, anstelle das Volk an der Nase herum zu führen, müssten wir heute nicht mehr über diese unangenehmen Tatsachen diskutieren.

Die EDU Kt. Solothurn beschliesst die NEIN - Parole.
JA: 2; NEIN: 7; Enthaltungen: 0

Kantonale Vorlagen:

Hinweise:

Bei eidgenössischen Abstimmungen veröffentlicht die EDU Schweiz Ihre Parolen und Meinung im EDU Standpunkt und auf der Webseite der EDU Schweiz.

Infos und Resultate:

Informationen, Ergebnisse und ausführliche Auswertungen zu den eidgenössischen Abstimmungen finden sich auf admin.ch

Für die kantonalen Abstimmungen sind diese Informationen auf der Webseite des Kantons Solothurn zu finden.

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